Flüchtlingsunterbringung bis Ende März gesichert

„Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen“, zu diesem Schluss kommt der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Jürgen Schubert, nachdem der Bürgermeister den Sachstandsbericht zur Flüchtlingsunterbringung in der Gemeindevertretung vorgestellt hatte. Es sei nach Ansicht des Fraktionsvorsitzende richtig gewesen, sich im November letzten Jahres nicht vorschnell von der dezentralen Unterbringung zu verabschieden und stattdessen – wie zuerst von Bürgermeister Helfrich vorgeschlagen – dreißig Low-Cost-Häuser in Rothenbergen zu errichten. Nur so habe man weiterhin eine dezentrale Unterbringung erreicht und ein Flüchtlingslager und sozialen Brennpunkt in Rothenbergen verhindert.

Die SPD-Fraktion hatte mit ihrem Antrag im November dafür gesorgt, dass der Mietwohnungs- und Immobilienmarkt weiterhin intensiv bearbeitet und mit Hochdruck nach geeigneten Objekten sondiert wurde. Wie der Bericht nun zeigt: Mit Erfolg! Die Gemeinde konnte noch weiteres Wohnungspotential heben. Somit kann die bisher bekannte Anzahl an Flüchtlingen, die bis Ende März Gründau zugeteilt werden, untergebracht werden, ohne dass dafür Turnhallen oder sonstige öffentliche Einrichtungen mit Beschlag belegt werden müssen.

„Die Aussage, der Wohnungsmarkt sei abgegrast, hat sich nicht bewahrheitet und wir haben mit unserem Vorgehen Zeit gewonnen“, betont Schubert. Hätten die Sozialdemokraten dem Drängen des Bürgermeisters nachgegeben und für den Erwerb von dreißig Low-Cost-Häusern gestimmt, wäre dieser Puffer bis Ende März aufgebraucht. „Bei weiteren Flüchtlingen, die uns nach März zugewiesen werden, hätten wir dann mit runter gelassenen Hosen dagestanden“, meint der Fraktionsvorsitzende. Er erwarte aber auch, dass der Bürgermeister die gewonnene Zeit intensiv nutzen werde, um alternative Unterbringungsmöglichkeiten voran zu bringen.

In ihrem Antrag habe die SPD-Fraktion eindeutig auf den Bau von Wohnungen in Zusammenarbeit mit einer sozialen Wohnungsbaugenossenschaft hingewiesen. „Mit solchen kostengünstigen Wohnungen, die sowohl für die Flüchtlinge genutzt werden können, aber auch für Bürger, die sich keine teuren Wohnungen oder Eigenheime leisten können, schaffen wir hier in Gründau den Einstieg in den sozialen Wohnungsbau“, erklärt Schubert. Zwar seien die ersten Gespräche über den Bau eines solchen Gebäudes in Mittel-Gründau positiv zu bewerten, aber es dürfe nicht bei diesem einen Objekt bleiben. Die SPD-Fraktion erwarte, dass hier weitere Vorschläge durch den Bürgermeister erfolgen.

 

Der CDU-Opposition wirft der SPD-Fraktionschef vor, den Bürgern ein X für ein U vorzumachen. Die Kollegen der Union behaupten, sich für eine dezentrale Unterbringung einzusetzen, stimmten aber gegen den Kauf von Wohngebäuden und sprechen sich für den Bau von möglichst vielen Low-Cost-Häusern neben dem Sportplatz in Rothenbergen aus.