Mehr Gewerbe und mehr sozialer Wohnraum

Ehrungen bei der SPD Gründau: v.l. Ute Schenk-Fischer, Dr. Jürgen Schubert, Christa Steinmüller, Wolfgang Heinen, Angela Holzderber, Mareike Neugebauer und Landrag Erich Pipa

Der Neujahrsempfang der SPD Gründau stand diesmal ganz im Zeichen des Kommunalwahlkampfs. Die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende der SPD Gründau, Ute Schenk-Fischer, machte denn auch im Kollegraum des Dorfgemeinschaftshauses Rothenbergen das Wahlziel der Partei bei den Kommunalwahlen am 6. März deutlich: „Wir wollen weitermachen, wir wollen wieder an die Macht. ‚Macht‘ kommt von ‚machen‘ und wir wollen in den nächsten fünf Jahren viel für die Gemeinde Gründau machen.“

Die Flüchtlingsarbeit etwa sei in der Zukunft eine große Herausforderung, so die stellvertretende Parteivorsitzende. Man habe zu lange genug zugeschaut, was in den krisengeschüttelten Ländern der Welt passiere‚ und „jetzt kommt die Welt zu uns“. Es sei „ein Gebot der Menschlichkeit, zu helfen“. „Dass wir kein Ghetto in Gründau haben werden, wird auch an der SPD liegen“, stellte Schenk-Fischer fest. „Uns liegt es am Herzen, auch zukünftig keine sozialen Brennpunkte in Gründau zu schaffen.“

Der Fraktionsvorsitzende Dr. Jürgen Schubert stellte schließlich die Wahlkampagne der SPD Gründau vor. Die SPD sei in den vergangenen Jahren die aktivste Kraft in Gründau gewesen, könne unter anderem auf Erfolge wie die Senkung der Kita-Gebühren und die Einrichtung des Sozialzentrums in Hain-Gründau zurück. blicken. Für die Zukunft will sie den Gewerbestandort Gründau stärken und hier insbesondere die Ansiedlung eines Gewerbeparks zwischen Lieblos und Rothenbergen vorantreiben. Dies bringe Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen.

Auch will sich die SPD Gründau für den Bau von Sozialwohnungen einsetzen, so dass es künftig mehr bezahlbaren Wohnraum auch für diejenigen gibt, die gern in Gründau leben wollen, sich ein Einfamilienhaus aber nicht leisten können.

lm Bereich Jugend und Familie will die SPD unter anderem die Qualität an den Kitas weiter stärken. Nachdem in den vergangenen Jahren Bauprojekte im Vordergrund standen, sollen nun die Arbeitsbedingungen in den Kitas ins Blickfeld rücken und dabei Themen wie Gesundheitsschutz sowie Vor- und Nachbereitungszeiten oder Fort- und Weiterbildungen von Erzieherinnen angepackt werden.

Im Bereich Finanzen, so erklärte Schubert, wolle die SPD auch weiterhin mit Augenmaß in das gemeindliche Sachvermögen investieren, um Straßen, Kanäle und Gebäude zu erhalten. Einen ausgeglichenen Haushalt, so mutmaßte er, würde es wegen der Flüchtlingssituation im Jahr 2016 nicht geben können, dennoch strebe man diesen immer an.

Landrat Erich Pipa thematisierte insbesondere die Flüchtlingshilfe: Die Ursachen in der Heimat der Menschen müssten bekämpft werden. Deutschland könne sich nicht allein der Problematik stellen, hier sei die Europäische Union gefragt. Pipas Dank ging an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die in unzähligen Helferkreisen organisiert Verantwortung übernähmen. „Ohne diese Menschen wäre die Flüchtlingsarbeit längst zusammengebrochen. Städte und Gemeinden müssen die gestellte Aufgabe bewältigen und Platz für die Flüchtlinge schaffen“, so Pipa. Die Integration von Flüchtlingen sei ein langfristiges Projekt. Um die Menschen in den Arbeitsmarkt einzugliedern, benötige es mindestens fünf Jahre. Allein das Erlernen der Sprache dauere erfahrungsgemäß mindestens ein Jahr.

Seit den 90er Jahren, mit der Einrichtung von Berufsbildungszentren, verfolge Pipa das Prinzip „Arbeit statt Sozialhilfe“ mit „sichtlichem Erfolg“: „Die Arbeitslosenquote im Main-Kinzig-Kreis betrage 4,7 Prozent. In der nahen Zukunft sollen 38 Millionen Euro in die Krankenhäuser Gelnhausen und Schlüchtern investiert werden, ein Hospiz werde in Gelnhausen eingerichtet und in Schlüchtern soll eine Station für Palliativ-Betreuung entstehen. Auch zusätzlicher Wohnraum für zusätzliche Fachkräfte soll geschaffen werden. „Das alles können wir machen, weil wir die Eigentümer der Krankenanstalten sind. Solange ich etwas zu sagen habe, werden die Krankenhäuser nicht verkauft“, versicherte Pipa.

Im Rahmen des Neujahrsempfanges der SPD ehrte Pipa die Parteimitglieder Christa Steinmüller und Mareike Neugebauer für 40 Jahre Mitgliedschaft und Wolfgang Heinen für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.