SPD für menschenwürdige Unterbringung und schnelle Integration

„Die Flüchtlingskrise stellt uns auch hier in Gründau vor große Herausforderungen. Diese zu lösen wird uns Zeit, Geld und Kraft kosten“, so eröffnete der SPD-Fraktionsvorsitzende, Dr. Jürgen Schubert, eine Fraktionssitzung außerhalb des monatlichen Turnus. Diese widmeten die Sozialdemokraten ausschließlich dem Thema „Flüchtlinge und deren Unterbringung“.

Bis März 2016, so die Ankündigung aus dem Rathaus, werden ca. 300 Flüchtlinge der Gemeinde zugewiesen und müssen untergebracht werden. Der private Wohnungsmarkt in Gründau ist inzwischen weitestgehend leer gefegt. Wie dann die Unterbringung bewerkstelligt werden kann, damit setzen sich die Fraktionsmitglieder intensiv auseinander. „Wichtig ist uns, dass wir menschenwürdige Unterkünfte finden oder schaffen“, hob die Sozialausschussvorsitzende, Angela Holzderber, hervor. „Wir wollen bei der Unterbringung auf jeden Fall eine Ghettobildung vermeiden. Ebenso erwarten wir vom Bürgermeister, dass er betroffene Anwohner frühzeitig und ausführlich über ihre neue Nachbarschaft informiert. Daher unterstützen wir auch uneingeschränkt alle Maßnahmen, die zu einer schnellen Integration der Flüchtlinge führen.“

Den vom Gemeindevorstand vorgeschlagenen Erwerb von zwei nahezu bezugsfertigen Wohngebäuden in Mittel-Gründau und Rothenbergen hält die SPD-Fraktion für eine vertretbare Lösung. „Sollten die Flüchtlingszahlen wieder zurückgehen, werden wir diese Gebäude auch anderweitig nutzen können. So könnte man in Mittel-Gründau darüber nachdenken, ob dieses Gebäude als Dorftreff genutzt werden kann, oder generell könnte die Gemeinde in beiden Gebäuden bezahlbare Mietwohnungen schaffen, von denen es in Gründau derzeit viel zu wenige gibt“, schlägt Hans Kroth (SPD) vor.

Für die Unterbringung von Flüchtlingen in den beiden Gebäuden erhält die Gemeinde vom Kreis 5,50 Euro pro qm Wohnraum. Auch die Kosten für die Möblierung trägt der Kreis. „Wir werden hier in Gründau schnell handeln, damit die bei uns Angekommenen wenigstens ein Dach über dem Kopf haben, nachdem sie ihre Heimat verloren haben. Aber bei aller Hilfsbereitschaft unsererseits erwarten wir, dass der Bund uns die Kosten für den Erwerb der Gebäude erstattet. Denn die Flüchtlingshilfe ist eine eindeutige Aufgabe des Bundes“, erklärt Schubert weiter.

Allerdings ist sich die Fraktion bewusst, dass mit diesen beiden Gebäuden alleine die angekündigte Flüchtlingszahl nicht zu bewältigen sein wird. „Wenn die Gemeinde weder Wohnung anmieten noch geeignete Immobilien erwerben kann, werden wir weiteren Wohnraum selbst schaffen müssen. Wir wollen auf keinen Fall öffentliche Einrichtungen als Unterbringung nutzen“, so das Fazit des Fraktionsvorsitzenden.