Nächste Haltestelle: Gewerbegebiet Gründau II

Ein weiterer Bahnhof für Gründau – Utopie oder dringende Notwendigkeit für die Zukunft der Entwicklung der Gemeinde Gründau. Und wo? Vor der Eisenbahnbrücke bei Lieblos an der B 457, hinter der geplanten Tankstelle an der L 3333 in Richtung Niedergründau.

Eine Idee, mit der sich die Gründauer Sozialdemokraten beschäftigen und die sich mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes für die Gemeinde Gründau aufdrängt, wenn man aktiv die Pläne studiert. In der gemeindlichen Entwicklungsplanung ist ein Gewerbegebiet zwischen der L 3333 entlang der B 457 und der alten B 40 zwischen Rothenbergen und Lieblos vorgesehen. Direkt vorbei führt die Bahnlinie Gelnhausen-Gießen. Mit einem Haltepunkt dort mit Bahnsteigen an beiden Seiten der Bahnlinie, verbunden durch den schon bestehenden Durchgang unter der Eisenbahnbrücke, wäre zunächst rein technisch ein Eisenbahnhaltepunkt denkbar.

„Das große Plus für einen Haltepunkt an dieser Stelle wäre eine Erschließung des zukünftigen Gewerbegebietes für Berufstätige mit der Schiene“, begründet der Fraktionsvorsitzende, Dr. Jürgen Schubert, den SPD-Vorschlag. Gleichzeit wäre dieser Bahnhof in unmittelbarer Nähe Gründauer Siedlungsschwerpunkte: Ca. 1,5 Kilometer bis zur Rothenberger und Niedergründauer Ortsmitte, zum Wohngebiet Messbach nur 900 Meter, etwa 1,2 Kilometer zur Niedergründauer Kirchstraße und 250 Meter zum Wohngebiet Lieblos-Pechofen. „Mit diesem einen Bahnhof wäre über die Hälfte der Gründauer Wohnbevölkerung – über 7.000 Menschen – in relativ geringer Entfernung an die Schiene angebunden und könnten mit weniger als zehn Minuten Fahrtzeit in Gelnhausen das Regionalbahnnetz nutzen – mit der RMV-Fahrkarte für den gleichen Preis wie ab Langenselbold in Richtung Hanau oder Frankfurt“, so Schubert weiter.

„Was hier noch als Utopie erscheinen mag, wurde gerade im Vordertaunus und im Frankfurter Norden oder Nordosten vor rund 40 Jahren realisiert. Die alten Kleinbahntrassen wurden zu S-Bahnverbindungen, die zum Beispiel von der Frankfurter Innenstadt über Nidderau bis Altenstadt bei Büdingen führen“, erläutert der Erste Beigeordnete Hans Kroth.

Mit der Flächennutzungsplanung sehen die Gründer Sozialdemokraten eine einzigartige Möglichkeit einer Optimierung der öffentlichen Verkehrsanbindung der Gemeinde.

„Bereits vor zwei Jahren habe ich diese Vorschläge in die Vorgespräche zum Flächennutzungsplan eingebracht, die allerdings damals nicht berücksichtigt wurden“, führt der Erste Beigeordnete Hans Kroth aus. „Wir sollten jetzt eine unwiederbringliche Chance nutzen, bevor der Zug für die nächsten zwanzig Jahre abgefahren ist.“