Der letzte Wille ist unser Auftrag

Bei Bestattungen sollen die Wünsche der Hinterbliebenen, oft auch der letzte Wunsch des Verstorbenen, uneingeschränkt respektiert werden. Auch bei den Ruhezeiten bzw. bei der Verlängerung der Ruhezeiten sind den Wünschen der Hinterbliebenen Rechnung zu tragen, wenn es möglich ist und öffentliche Interessen dem nicht entgegenstehen.

„Oft ist es eine große Härte für Hinterbliebene, nach dreißig Jahren ein Grab zu entfernen. Besonders dann, wenn Menschen in jungen Jahren verstorben sind – Eltern oder gar Kinder – und das Grab oft als der einzige Begegnungspunkt verbleibt. Unverständnis entsteht dann zu recht, wenn Gräber unter Fristsetzung beseitigt werden müssen, dann aber oft über Jahre eine ungenutzte Fläche zurück bleibt. Weiter besteht die Möglichkeit, in Gräbern in einem Zeitraum von 10 Jahren eine weitere Urne beizusetzen, die eine Ruhezeit von zwanzig Jahren hat“, sagt Gemeindevertreter Oskar Neugebauer in seiner Antragsbegründung.

Aus diesem Grund beantragt die SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung die Möglichkeit der Verlängerung der Ruhezeiten von derzeit von dreißig auf vierzig Jahre. Zum einen könnten dann unnötige Härten vermieden werden und weiter wäre dann eine Beisetzungsmöglichkeit einer Urne von zwanzig Jahren nach der Erstbestattung gegeben. Auch sollte dann die Möglichkeit eingeräumt werden, mehr als nur eine Urne beizusetzen. Leitlinie ist hier der Wunsch der Hinterbliebenen oder gar der letzte Wunsch eines Verstorbenen.

Die Bestattungskulturen haben sich verändert. Urnenbestattungen nehmen zu. Gleichzeitig besteht zunehmend der Wunsch nach einer naturnahen Bestattung. Baumbestattungen sollen von daher nach Wunsch der Gründauer Sozialdemokraten auf jedem Gründauer Friedhof künftig möglich sein. Platz dafür ist genug.

Vielfach besteht der Wunsch nach einer „anonymen“ Bestattung der Urne in einem Grabfeld für Ungenannte. Auch diese Bestattungsform kann auf jedem der Gründauer Friedhöfe ermöglicht werden. Gleichzeitig besteht auch damit die Möglichkeit, Urnen- und Aschereste bei der Entnahme aus der Urnenwand oder nach der Auflösung von Urnengräbern nach Ablauf der Ruhezeiten dann würdevoll beizusetzen.

Das Thema ist sensibel. Maßstab ist hier ausschließlich der Wunsch der Betroffenen im Rahmen der Möglichkeiten, die machbar sind.