Planung mit Hand und Fuß statt nur für den Augenblick

Die Ganztagesbetreuung für Kinder wird aufgrund der Veränderungen in unserer Gesellschaft und in der Arbeitswelt immer mehr nachgefragt – auch in Gründau und das noch völlig unabhängig von der noch ausstehenden Abschaffung der Gebühren für die Kleinkindbetreuung.

„Will man dieser steigenden Nachfrage nachkommen, so muss auf jeden Fall mehr als von der Verwaltung vorgesehen investiert werden. Wir stehen diesen Ausbau grundsätzlich positiv gegenüber, aber wir wollen eine wohl überlegte und länger beständige Planung mit Hand und Fuß zum Vorteil der Kinder und Erzieherinnen, die sich ja einen Großteil ihres Tages in der Kita aufhalten. Denn ist das Kind gut aufgehoben, haben wir auch zufriedene Eltern“, meint die Vorsitzende des Sozialausschusses, Angela Holzderber.

Holzderber verwehrt sich gegen die Behauptung des Bürgermeisters, die SPD lehne einen Ausbau der Ganztagesbetreuung ab. Die SPD-Vertreter haben im Ausschuss darum gebeten, nicht nur die akute Nachfrage zu bedienen, sondern die Vorschläge der Verwaltung in ein Konzept einzubinden, aus dem klar hervorgeht, wie die Ganztagesbetreuung für Kinder unter sechs Jahren in den nächsten Jahren in Gründau weiter entwickelt werden soll. Stattdessen reagiere Helfrich nur darauf, wo es am heftigsten brennt. Die von Helfrich vorgelegten Maßnahmen seien nur für den Augenblick geplant und berücksichtigen nicht die Gründauer Gesamtsituation. „Wenn Helfrich uns plausible Antworten liefern kann, werden wir seine Ausbaupläne gerne mittragen“, betont Holzderber.

Darüber hinaus habe er bisher auch noch keine Antwort auf die Frage geliefert, wie er der jetzt schon bestehenden Nachfrage von mindestens 25 Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren in den kommenden Jahren begegnen will und warum die Kapazität von U3-Plätzen für 77 Prozent der Kinder im Alter von ein und zwei Jahren, die erst im letzten Jahr geschaffen wurde, heute schon nicht mehr ausreichen soll. Sein Vorschlag, in Niedergründau eine neue Gruppe für zehn Kinder zu schaffen, kann auf jeden Fall nicht als „bedarfsgerecht“ bezeichnet werden. „Es ist doch abzusehen, dass Helfrichs Planung im kommenden Jahr schon wieder überholt sein wird, so dass wir dann erneut darüber diskutieren dürfen, ob die Ganztagesbetreuung weiter auszubauen ist“, kritisiert Holzderber.

Auch ist nicht einzusehen, warum die von Helfrich geplanten Ausgaben außerplanmäßig, d.h. nicht vorhersehbar sein sollen. Denn bereits im November 2012 hatten die Leiterinnen der Kitas den Bürgermeister in einem Schreiben auf aus ihrer Sicht notwendige Veränderungen hingewiesen. Auch mit dem Elternbeirat des Kindergartens in Rothenbergen ist das Rathaus seit 2012 im Gespräch über eine erweiterte Nutzung. Nun, kurz vor den Sommerferien will Helfrich schnell nachholen, was er vorher versäumt hat. „Im Februar will Helfrich dem Elternbeirat die geplanten, baulichen Veränderungen zugesagt haben. Warum blieb er dann vier Monate untätig und legte erst Ende Juni kurz vor den Sommerferien sein Maßnahmenpaket der Gemeindevertretung zur Entscheidung vor? Wir werden uns als Gemeindevertreter nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen, nur weil der Bürgermeister seinen Aufgaben nicht frühzeitig genug nachkommt“, meint Holzderber.