Runder Tisch für Hausarztversorgung im oberen Gründautal!

„Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren und müssen uns noch stärker engagieren“, so lautet das Credo des Gemeindevertreters Matthias Springer aus Breitenborn. Wenn man wirklich etwas für die hausärztliche Versorgung im oberen Gründautal tun wolle, dann müsse man damit jetzt anfangen.

Zwar habe der Bürgermeister schon Anstrengungen unternommen, einen Nachfolger für die Hausarztpraxis in Hain-Gründau zu finden, doch bisher sind die Ergebnisse ernüchternd. Sollte sich kein Nachfolger finden lassen, dann stehe den Bürgern in den Ortsteilen Breitenborn, Hain-Gründau und Mittel-Gründau kein ortsnaher Hausarzt mehr zur Verfügung.

Die SPD-Fraktion hatte daher in der letzten Gemeindevertretersitzung beantragt, einen Runden Tisch ins Leben zu rufen. Einige Gemeinden im Spessart haben damit gute Erfahrungen gemacht. So sollen Vertreter der Politik und der kassenärztlichen Vereinigung sowie die in Gründau niedergelassenen Ärzte zusammen gebracht werden. Ihre Hauptaufgabe muss es sein, die entscheidenden Kriterien für eine Arztniederlassung in Gründau zu ermitteln. So soll dann die Gemeindevertretung in die Lage versetzt werden, kommunale Handlungsoptionen für die dauerhafte Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung zu erarbeiten.

„Voraussetzung für das kommunale Handeln muss sein, dass die Gemeindevertretung grundsätzlich zum Einsatz aller verfügbaren und geeigneten Mittel bereit ist“, macht Springer deutlich. Denn, davon ist der Breitenborner Gemeindevertreter überzeugt, der Wettstreit zwischen den Kommunen um die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung hat bereits begonnen. Zwar trete er bisher nur vereinzelt öffentlich zu Tage, aber spätestens im kommenden Jahrzehnt werde er an der Tagesordnung sein.

Denn die jungen Mediziner, die heute noch eigenverantwortlich eine Landarztpraxis führen wollen, sind dünn gesät. Sie scheuen das wirtschaftliche Risiko einer eigenen Praxis und den hohen Zeitaufwand für Dokumentation und Verwaltung. Dagegen haben für sie eine geregelte Arbeitszeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ein festes Einkommen sowie die Möglichkeit zur persönlichen Verwirklichung einen hohen Stellenwert.

Dass allerdings mit einem Nachfolger für Hain-Gründau das grundsätzliche Problem der Hausarztversorgung in Gründau behoben ist, bezweifelt Springer: „Eines ist bereits jetzt klar: Selbst wenn es gelingt, zeitnah einen Nachfolger für Dr. Kopytto zu finden, so ist es dennoch nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Gründauer Hausarztpraxis vor der Schließung steht.“