„Keine weiteren Windräder in Gründau!“

Es ist nach wie vor das erklärte Ziel der SPD, den Einsatz von erneuerbaren Energien in Gründau weiter auszubauen. „Aber dabei wollen wir immer eine ausgeglichene Balance zwischen Energieversorgung einerseits und Naturschutz andererseits beachten. Wir können nicht dem einen zu Gunsten des anderen alleinigen Vorrang geben“, meint der Umweltausschuss-vorsitzende Oskar Neugebauer.

Mit den Windkraftanlagen an den Vier Fichten, der Wasserkraftanlage in Lieblos, der Biogasanlage in Niedergründau und vielen Photovoltaikanlagen habe Gründau einen wesentlichen und sinnvollen Beitrag zum Wechsel zu erneuerbaren Energieformen geleistet. Weitere Windräder halte seine Fraktion nicht für vertretbar. Dafür wird auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, speziell in Breitenborn nicht gegeben sein. Neugebauer weiter: „Da sind wir mit der Gründauer Union einer Meinung.“

Im Entwurf des Regionalteilplans Erneuerbare Energien des Regierungspräsidiums in Darmstadt sind neben der bereits bebauten Fläche an den Vier Fichten weitere Flächen auf Gründauer Gemarkung als Vorrangflächen für Windkraftanlagen vorgesehen. Die Entscheidungshoheit zu Planung von Windkraftflächen liegt bei der Regionalversammlung Südhessen, die Kommunen können nur Empfehlungen dazu abgeben.

„Mit einem Grundsatzbeschluss zur nächsten Gemeindevertretersitzung wollen wir uns gegen weitere Windkraftanlagen aussprechen und den Gemeindevorstand beauftragen, dies gegenüber der Regionalversammlung Südhessen zu vertreten“, erklärt der Breitenborner Ortsvorsteher Andreas Bröning.

„Wir fordern den Gemeindevorstand weiterhin auf, rasch mit Constantia Forst und den Nachbargemeinden, die Vorrangflächen entlang der Gründauer Gemeindegrenze haben, Gespräche aufzunehmen, um sich über deren Pläne in Sachen Windenergieausbau zu informieren und auf für Gründau eventuell nachteilige Entscheidungen rechtzeitig Einfluss zu nehmen. Ziel muss es sein, eine gemeinsame Position gegenüber der Regionalversammlung zu vertreten“, verlangt Bröning mit Nachdruck.

Neugebauer ergänzt dazu: „Vor dem Ausbau der Energieversorgung steht unbedingt die Energieeinsparung. Da frage ich mich, wozu müssen in Frankfurt die Hochhäuser nachts angestrahlt werden, wenn dann dafür auf dem flachen Land die Landschaft verspargelt werden muss.“

Nach Ansicht der SPD-Fraktion sind diese bestürzenden Planungsentwürfe auch Auswüchse einer chaotischen Energiepolitik von schwarz/gelb. Auch unter der neuen schwarz/grünen Regierung erwartet sie hierzu keine Verbesserung. „Erst lässt man die Kommunen mit dem Ausbau der Windenergie alleine. Als man merkt, dass es nicht funktioniert, wenn jede Gemeinde vor sich hin wurstelt, hat man nichts Besseres zu tun, als solche Planungen zu erarbeiten, die gerade Gründau extrem belasten werden“, kritisiert der Ausschussvorsitzende.