„Mehr Windenergie in Gründau geht nicht“

Vier Türme mit einer Höhe von knapp 200 m ragen inzwischen aus dem Büdinger Wald heraus. Einen imposanten Eindruck vermittelt die Baustelle an den vier Fichten, wo bis Ende des Jahres noch acht weitere Windkraftanlagen errichtet werden.

Bei einem Ortstermin machten sich SPD-Fraktionsvorsitzender, Dr. Jürgen Schubert, zusammen mit einigen Fraktionsmitgliedern und interessierten Bürgern ein Bild vom Baufortschritt. Beeindruckt zeigte sich die SPD-Abordnung davon, dass die zwölf Windräder Strom für 72.000 Menschen produzieren werden. Mit 3 Megawatt liegt die Leistung einer Windkraftanlage um das Sechsfache höher als die einer herkömmlichen Biogasanlage. „Wir wollen auch weiterhin den Einsatz von erneuerbaren Energien in Gründau unterstützen und voranbringen. Ziel ist die dezentrale Energieerzeugung direkt dort, wo die Energie verbraucht wird. Aber mehr Windenergie in Gründau geht nicht. Da weitere Flächen für Windkraft in Gründau nicht zur Verfügung stehen, setzen wir vor allem auf die Photovoltaik. Biogasanlagen werden eher eine Nischenanwendung darstellen, da sie nur dort angebracht sind, wo die Abfallstoffe eines landwirtschaftlichen Betriebs noch einer energetischen Verwendung zugeführt werden können“, erklärt der Fraktionsvorsitzende während der Besichtigung.

Fritz Gemmer, Projektmanager der Fa. Renertec, zeigte der Besuchergruppe den Kran, der das Maschinenhaus – so groß wie ein Bus -, die Nabe und die drei über 50 m langen Rotoren auf 140 m Höhe bringt, wo sie dann montiert werden. „Eine Windkraftanlage wird in zwei Tagen aufgebaut. Drei weitere Tage werden für den Ab- und erneuten Aufbau des Krans benötigt. Wenn kein starker Wind weht, schaffen wir ein Windrad pro Woche“, erläutert Gemmer, der auch maßgeblich an der Vorbereitung der Genehmigungsunterlagen beteiligt war. In den nächsten Tagen sollen die bereits fertig errichteten Windkraftanalgen schon ans Netz gehen.

 Eine optimale Windausnutzung stellt das automatische Getriebe sicher. Selbst bei Starkwind bleiben die Windräder in Betrieb, da dann die Steuerung jedes Rotorblatt so weit aus dem Wind drehen kann, dass keine Gefahr für die Anlage besteht und dennoch weiter Strom erzeugt werden kann.

Auf die Frage, ob Umweltbelange auch ausreichend berücksichtigt werden, antwortet er: „ Man sieht das schon am Umfang der Genehmigungsunterlagen. So war ein Vogelgutachten früher mal drei Seiten lang, heute umfasst es gut und gerne 130 Seiten.“ Zum Schutz der Fledermäuse schalten sich die Anlagen automatisch ab, wenn die Messfühler Bedingungen signalisieren, die auf eine Flugaktivität dieser Tiere schließen lassen. Auch der aktuelle Eingriff in den Wald werde nach den Bauarbeiten wieder durch Aufforstungen rückgängig gemacht. „Außer dem Kranstellplatz für den Fall von Reparaturmaßnahmen sowie den Zufahrtswegen zu den Anlagen wird alles wieder angepflanzt“, so Gemmer.