Keine Gebühren mehr für Kleinkindbetreuung!

Die Kita-Gebühren für Ein- bis Sechsjährige sollen ab 2014 wegfallen – auch dann, wenn ein Kind eine der beiden privaten Betreuungseinrichtungen in Gründau besucht oder von einer Tagespflegemutter betreut wird. Diesen Grundsatzbeschluss hat die SPD-Fraktion nach vielen intensiven Beratungen gefasst und wird mit einem entsprechenden Antrag das Votum der Gemeindevertretung dazu einholen.

„Wir wollen damit auch den Zugang zur frühkindlichen Bildung erleichtern. Das Ausgrenzen von Kindern von früher Bildung kann sich unsere Gesellschaft weder wirtschaftlich noch sozial leisten. Bildung und Lernen sollten jedem in unserem Lande kostenfrei zur Verfügung stehen. Diesen Anspruch sehen wir nicht erst mit Schuleintritt gegeben, sondern auch schon davor in der frühkindlichen Erziehung. Daher halten wir unseren Antrag für einen konsequenten Schritt hin zu gleichen Lebenschancen für alle“, mein die Sozialausschussvorsitzende, Angela Holzderber (SPD).

Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei bei dieser Entscheidung ein wesentlicher Aspekt und heute notwendiger denn je, so die einhellige Meinung in der SPD-Fraktion. Gerade berufstätige Eltern und Alleinerziehende seien auf das Angebot der Ganztagesbetreuung angewiesen – nicht weil sie die Arbeit der Familie vorziehen, sondern weil sonst der Lebensunterhalt der Familie nicht mehr zu bestreiten ist.

In den Genuss der geplanten Gebührenbefreiung sollen Eltern kommen, die in Gründau wohnhaft sind und deren Kind in einer der gemeindlichen oder privaten Gründauer Einrichtungen oder von einer Tagespflegemutter betreut wird. Unberührt davon bleibt das Verpflegungsgeld für das Mittagessen in den Kitas in Höhe von 60 Euro.

Mit dieser Regelung wäre Gründau Vorreiter im Kreis und würde auch dem selbst gesteckten Anspruch einer familienfreundlichen Gemeinde wieder einen Schritt näher kommen. „Wir sind sicher, dass für Familien angelegtes Geld gut angelegtes Geld ist. Durch unseren Vorstoß werden keine Gelder aus der Betreuung von Kleinkindern abgezogen, sondern nur auf andere, stärkere Schultern verteilt“, betont Holzderber. Mit ca. 3 Mio. Euro an Betreuungsaufwendungen bei lediglich 100.000 Euro an Gebühreneinnahmen gewährleistet die Gemeinde schon jetzt ein sehr hohes Qualitätsniveau. Das soll auch so bleiben.

Um dennoch den Haushalt nicht mit zusätzlichen Aufwendungen zu belasten, sieht die SPD eine gute Chance einer Gegenfinanzierung durch eine moderate Anhebung des Gewerbesteuersatzes. „“Wir schlagen eine Anhebung um zwanzig Prozentpunkte auf 320 vor. Damit sind wir nach wie vor eines der Schlusslichter im kreisweiten Vergleich“, erläutert der SPD-Fraktionsvorsitzende, Dr. Jürgen Schubert. Bei der Gewerbesteuer hätte man sowieso über kurz oder lang aktiv werden müssen, weil Gründau mit einem Hebesatz von 300 Prozentpunkten deutlich unter dem Kreisdurchschnitt liegt und damit jedes Jahr Schlüsselzuweisungen vom Land verschenkt.

„Auch wenn die Gewerbetreibenden diese Anhebung zunächst nicht begrüßen werden, so haben auch sie ihren Vorteil davon“, davon ist Schubert überzeugt. Dadurch, dass die Gemeinde auf Betreuungsgebühren für Kleinkinder verzichtet, wird das Interesse junger Familien, sich in Gründau anzusiedeln, weiter steigen. Den Unternehmen in Gründau stehen damit mehr geeignete Arbeiter zur Verfügung, die nicht mehr den Spagat zwischen Kinderbetreuung und Beruf hinbekommen müssen.