Gebührenfreie Kitas – ein denkbares Modell für Gründau?

Die Gründauer Sozialdemokraten begrüßen das Ziel der hessischen SPD, bis 2017 für gebührenfreie Kitas zu sorgen und das unsinnige Betreuungsgeld im Gegenzug abzuschaffen. Auf diesem Weg soll gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule erreicht und die Gleichheit bei den Bildungschancen erhöht werden.

 Es ist bekannt, dass bislang Kinder aus den unteren Einkommensgruppen in Kindertagesstätten oft unterrepräsentiert, während die Kinder aus wohlhabenden Familien überproportional vertreten sind. Michl könnte sich eine komplette Gebührenbefreiung vorstellen, so dass für Kinder aller Bevölkerungs- und Einkommensgruppen die gleichen Chancen auf den Kitabesuch bestehen.

„Häufig wird als Gegenargument genannt, bei einem gebührenfreien Kitabesuch würde die Qualität der Betreuung leiden. Dies kann ich nicht gelten lassen“, meint der SPD-Ortsvereinsvorsitzende, Hans-Jürgen Michl. Denn die Qualität der Arbeit in den Kitas mache sich im Wesentlichen daran fest, in welchem Umfang die Gemeinde die vielen Aufwendungen wie z.B. Personalkosten, Gebäudekosten aus ihren sonstigen Einnahmen finanzieren kann.

„Hier in Gründau zum Beispiel bringt die Gemeinde ca. 3 Mio. Euro für die Betreuung der Kleinkinder in den Kitas und U3 auf. Dem stehen lediglich 100.000 Euro an Gebühreneinnahmen gegenüber, die die Eltern für den Besuch ihrer Kinder in den Gründauer Kitas zahlen. Das heißt, schon heute bestreitet die Gemeinde die Kleinkindbetreuung fast komplett und gewährleistet dennoch oder gerade deswegen bekanntermaßen eine hohe Qualität in diesem Bereich“, erläutert Michl.

Michl kann sich vorstellen, dass daher gerade in Gründau die Umsetzung des gebührenfreien Kitabesuch möglich sein sollte. Der Wegfall der Gebühren wäre im Verhältnis zum Gesamtaufwand für die Gemeinde zu verkraften. Auf der anderen Seite würde sie damit gerade die Familien, die darauf angewiesen sind, dass beide Eltern zum Lebensunterhalt beitragen, spürbar entlasten. „Dies wäre ein ganz konkreter Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, den jede Familie sofort in ihrem Geldbeutel spüren würde“, meint der Gründauer Parteichef.