Die Sicherheit der Schüler ist der CDU nichts wert

In der letzten Sitzung der Gemeinde-vertretung hatte die SPD-Mehrheit beschlossen, einen weiteren, gegebenenfalls gebrauchten Kleinbus anzuschaffen – sofern andere Möglichkeiten nicht greifen -, um die Schüler von Gettenbach an die Bushaltestelle nach Hain-Gründau zu bringen.

 „Man sollte doch meinen, dass dies eine von den Kosten her überschaubare Investition ist, noch dazu, wo ein solcher Bus auch für andere Zwecke wie z. B. den Transport von Senioren eingesetzt werden könnte“, meint der Gemeindevertreter Gerhard Arndt (SPD). „Wenn wir als Gemeinde es uns leisten können, die fehlende Schulbusanbindung für einige Gettenbacher Schüler mit relativ einfachen Mitteln zu verbessern und ihre Eltern damit zu entlasten, dann sollten wir das tun.“

 Da hat es doch schon mehr als verwundert, dass Ursula Neumann (CDU) als Sprecherin ihrer Fraktion in Sozialfragen diesen Antrag ablehnte. Für die Begründung ließ die Christdemokratin auch kein Fettnäpfchen aus. Neumann meinte, dass die Eltern ja wüssten, auf was sie sich einlassen, wenn sie in Gettenbach wohnen. Auch sei den Schülern der drei Kilometer lange Fußweg jeden Morgen von Gettenbach an die Bushaltestelle in Hain-Gründau und natürlich am Mittag wieder zurück zuzumuten. Außerdem wären die Kosten für den vorgeschlagenen Kleinbus nicht zu rechtfertigen.

 „Welchen Stellenwert hat die Sicherheit der Schüler auf ihrem Schulweg bei der Gründauer CDU?“, fragt sich Arndt. Vielleicht mag in der Kinderzeit von Frau Neumann ein Weg zum Bus von drei Kilometern zumutbar gewesen sein. Doch die Zeiten haben sich geändert. Wo früher nur ab und zu mal ein Auto vorbeikam, müssen heute die Schüler auf dem Fußweg nach Hain-Gründau die viel befahrene Umgehungsstraße queren und an der engen Straße nach Hain-Gründau entlang laufen.

 Auch schreibe sich die Union immer wieder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf ihre Fahnen, aber im ganz konkreten Fall, wo derzeit die berufstätigen Eltern aus Gettenbach ihre Kinder jeden Morgen zur Bushaltestelle und am Mittag zurück fahren müssen, scheine man nichts davon wissen zu wollen, kritisiert Arndt. „Die Aussage von Frau Neumann, lässt nur den Schluss zu, dass die CDU die Gründauer Bürger danach einstufe, in welchem Ortsteil sie wohnen. Die Gettenbacher, weil sie im kleinsten Ortsteil wohnen, werden wohl nur als Bürger zweiter Klasse betrachtet“, kontert Arndt auf die Aussagen Neumanns.