Drei Ziele: Kinder, Jugend, Wohnen

Zu einer zweitägigen Klausur zog sich die Gründauer SPD-Fraktion in den idyllisch gelegenen Landgasthof „Hessenmühle“ im nördlichen Vogelsberg zurück. Drei Schwerpunktthemen standen im Mittelpunkt der Beratungen: Einheitliches Gebührenmodell für die Betreuung in Kindertagesstätten, Weiterentwicklung der Jugendarbeit und Wohnen in den Ortskernen.

„Wir haben eingehend über das Für und Wider eines Gebührensystems diskutiert, bei dem die Ganztagesbetreuung der Kinder unter drei Jahren genauso viel kostet wie für die Kinder im Kindergartenalter“, erläuterte der Fraktionsvorsitzende, Dr. Jürgen Schubert. Am Ende soll die finanzielle Eingangsschwelle in die U3-Betreuung für Familien und Alleinerziehende verringert werden. „Wir sehen den Vorteil vor allem darin, dass die Eltern über alle Jahre in der Kindertagesstätte hinweg gleichbleibend niedrige Gebühren zahlen. Im Vergleich zu unseren Nachbarkommunen liegen wir jetzt schon am unteren Ende der Gebührenskala und dort wollen wir auch mit unserem Vorschlag bleiben“, meinte Schubert. Ziel sei es, im Herbst einen belastbaren Vorschlag für ein solches Modell vorlegen zu können.

Für die älteren Kinder und Jugendliche soll die Jugendarbeit intensiviert werden. Darin ist sich die SPD-Fraktion einig. Der ehemalige Schulleiter, Oskar Neugebauer, sagte dazu: „Mehr Jugendliche für das Freizeitangebot der gemeindlichen Jugendarbeit zu interessieren und die Jugendarbeit in alle Ortsteile zu tragen, das ist unser Ziel.“ Was die Jugendarbeiterinnen in Niedergründau auf die Beine gestellt haben, ist beeindruckend und wird von der SPD-Fraktion gelobt, aber mehr sei noch zu tun. „Jugendarbeit und Jugendtreffs müssen da sein, wo die Jugendlichen sind. Daher wollen wir mit einer weiteren Stelle die Jugendarbeit außerhalb der Vereine in Mittel-Gründau und Hain-Gründau anstoßen – zunächst befristet, bei Erfolg natürlich länger“, betonte Neugebauer. Außerdem will die SPD-Fraktion kostenintensive Freizeitangebote finanziell unterstützen, so dass auch Kinder aus unteren Einkommensschichten sich die Teilnahme leisten können.

Kritik äußerte die SPD-Fraktion daran, dass es auch in Gründau zu wenig Mietwohnungen gebe. Stattdessen werde seitens der Verwaltung unvermindert auf die Ausweisung von Neubaugebieten für Einfamilienhäuser gesetzt. „Wir sprechen uns für Gründau als Zuzugsgemeinde aus. Aber nicht nur für diejenigen, die sich den Bau eines eigenen Hauses leisten können, sondern auch für die, die zur Miete wohnen wollen“, verdeutlichte Detlef Göddel, Vorsitzender des Bauausschusses. Die Gemeinde solle daher den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen und Mehrfamilienhäusern verstärkt fördern. Göddel ergänzte: „Wenn wir dies besonders in den Ortskernen tun, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe.“

Bei allen finanziellen Unterstützungen ist sich die SPD-Fraktion auch bewusst, die Einnahmenseite genau im Auge zu behalten. „Wir haben uns mit den Vorschlägen in dem nun nicht mehr notwendigen Haushaltssicherungskonzept auseinander gesetzt. Nicht alle sind von der Hand zu weisen“, merkte der Fraktionsvorsitzende am Ende der Klausur an. Je nachdem wie sich die Ergebnisse der noch ausstehenden Jahresabschlüsse 2010 bis 2012 darstellen werden, werde man dann mit dem neuen Bürgermeister Helfrich über die Umsetzung einzelner Maßnahmen beraten.