„Rücklagen sind kein Selbstzweck“

Gründaus Ruf und Attraktivität beruht auch darauf, dass die Gemeinde geordnete Finanzen vorweisen kann. „Daran hat auch ein SPD-Bürgermeister Merz nichts geändert, wie damals bei seiner Wahl von CDU und FWG gemutmaßt wurde, und daran werde auch ich im Falle der Wahl nichts ändern“, erklärt der SPD-Bürgermeisterkandidat Hans Kroth. „Ich stehe für eine solide Finanzpolitik.“

An vorderster Stelle stehe für Kroth, darauf achten, dass den laufenden Ausgaben Einnahmequellen in gleicher Größenordnung gegenüber stehen. Sein erklärtes Ziel ist es, die Steuern, Gebühren und Beiträge auf dem derzeit niedrigen Niveau zu halten. Kroth schränkt allerdings ein: „Dieses Ziel ist aber immer zu Gunsten eines ausgeglichenen Haushalts zu prüfen. Auch die Lasten, die uns von Land und Bund immer mehr aufgebürdet werden, können uns da einen Strich durch die Rechnung machen.“

Eine Unterdeckung des Haushaltes will er auf jeden Fall vermeiden. Denn diese müsste über die Rücklagen ausgeglichen werden. So würden diese dann im Laufe der Jahre schleichend aufgebraucht werden, ohne einen Mehrwert für die Bürger zu schaffen. „Dies wird mit mir als Bürgermeister nicht der Fall sein!“, betont der SPD-Kandidat.

Kroth sieht aber andererseits die Rücklagen nicht als Selbstzweck, sondern nur als Mittel zum Zweck. Sie sind für ihn das Pfund, mit dem die Gemeinde wuchern kann. Damit können Investitionen getätigt werden, die notwendig sind, die den Bürgern zu Gute kommen und die die Attraktivität Gründaus weiter steigern können.

An vielen Stellen sieht Kroth investiven Handlungsbedarf: „Wir müssen mehr als in den vergangenen Jahren Geld in die Hand nehmen, um unsere Dorfgemeinschaftshäuser zu sanieren. Nach teilweise mehr als dreißig Jahren sind Renovierungen und Instandhaltungen unumgänglich, um die Substanz zu erhalten.“ Aus seiner Sicht werde auch der Erhalt der Ortskerne mit Investitionen verbunden sein.

Der Ausbau der Betreuung, aktuell für die Kinder unter drei Jahren, und für die zusätzlichen Erzieherinnen werde neue Kosten verursachen. „Aber auch in die Betreuung parallel zur Schule oder in die Betreuung hilfsbedürftiger Menschen im Alter werden wir zukünftig investieren müssen. Die Frage, die dahinter steht, ist: Ist es uns das für eine gerechte und soziale Gesellschaft wert? Ich kann das nur bejahen“, meint der SPD-Bürgermeisterkandidat.

Auch für Gewerbeansiedlungen überlegt Kroth, ob die Gemeinde weiterhin Gewerbegrundstücke nach Aspekten der Privatwirtschaft mit Gewinn verkaufen will oder ob man zur gezielten Gewerbeansiedlung hier nicht auch durch günstige Angebote steuernd auf die Art des anzusiedelnden Gewerbes einwirken kann.

„Meine Mitbewerber um das Bürgermeisteramt heben einseitig immer wieder das gute Finanzpolster der Gemeinde und niedrige Gebühren hervor, äußern sich aber nicht dazu, womit sie denn die Ideen finanzieren wollen, mit denen sie Gründau weiter entwickeln wollen“, kritisiert Kroth abschließend.